Neulich auf einem nächtlichen Streifzug nach ein paar mir unbekannten Schach-Seiten im Netz stiess ich auf den Chess Tactics Server, welcher mit derzeit 23.649 (!) Aufgaben lockt ...

"Na wenn das nichts ist", dachte ich mir und angeklickt. Prompt stand ich vor der Wahl als Gast ein bisschen zu probieren oder via Login gleich in die Stellung zu "hauen"! Eingeloggt und gleich die erste Stellung auf dem Screen und noch während ich mich in die Stellung vertiefte wurde ein Zug ausgeführt. "Ah jetzt bin ich also am Zug", teilte mir mein Gehirn mit und während ich das noch realisierte überschritt ich die Zeit ... Brrrrrr! "Nochmal!" Okay, nach drei, vier gelösten Aufgaben konnte die folgende Stellung wiederum nur erahnen und vergriff unter Zeitdruck gesetzt prompt. Jetzt verstehe ich auch warum das Fenster mit den Aufgaben mit "Good luck!" betitelt wurde  ...

Ein Blick auf die Beschreibung der Funktionen der Seite verriet mir neben einer Reihe von Statistiken, dass hier taktische Leistung durch das Glicko Rating System gemessen werden soll. Ist hier pure Geschwindigkeit mit Leistung zu interpretieren?! Nachdem sich das Brett (welches mir dazu noch etwas zu klein erscheint) aufgebaut hat vergehen ca. 5-6 Sekunden und man ist am Zug. Nun hat man ganze 3 (in Worten: drei!) Sekunden Zeit die richtige Antwort zu finden und auszuführen, um die volle Punktzahl zu erhalten. Nach einer weiteren definierten Zeitspanne (meist irgendwas zwischen 10 und mehr Sekunden) beginnt man Punkte zu verlieren.

Für alle, die sich ebenfalls einmal probieren wollen empfehlen sich eventuell Testphase als "Guest", da man dort noch etwas probieren kann. Am sinnvollsten erscheint mir im Profil die Optionen "Break on failure" und "Break on success" zu aktivieren, um die Stellung nach missratenem Versuch in Ruhe nochmal betrachten zu können (sonst gibt es Stellungen am Fließband, die mich überforderten). Bullet-Spielern wird es wohl als Training dienen, der Rest wird wohl irgendwann gefrustet sein und ich greife doch zu Neistadts "Zauberwelt der Kombination" und bin froh, dass Bücher noch keine Uhren implemtiert haben ...

(C) Frank Große, 2005