Ich greife in der Vorstellung einmal auf den Klappentext zurück: "Wenn Sie einer von tausenden Schachspielern sind, die die Schachregeln verstehen, aber ihr Spiel aus der Grundstufe heraus verbessern wollen, so ist das Ihr Buch. Großmeister Daniel King hat hier eine Reihe von goldenen Faustregeln aufgezeichnet, die allen Schachspielern für ihr Spiel bessere Resultate versprechen." Kann das Buch diese Versprechung halten?

Autor: Daniel King
Titel: Wie man im Schach gewinnt
5. Auflage
ISBN 3-88805-286-6
Joachim Beyer Verlag, 128 Seiten
kartoniert, gebunden, deutsch
Erhältlich im [amazon-ChessShop bei freechess.de]

Seit der deutschen Erstausgabe 1998 wurde das Buch nun mittlerweile zum fünften Mal aufgelegt und richtet sich trotz des vielversprechenden Titels ganz klar an den Hobbyspieler, der die Regeln beherrscht und nun keine Fortschritte erzielen kann und ein systematisches Heranführen an die komplexe Thematik "Schach" benötigt.

In 3 Teilen (Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel) werden die 10 Regeln via einfacher Erläuterungen und vieler Diagramme näher gebracht, wobei 3 für die Eröffnung, 4 für das Mittelspiel und 3 für das Endspiel verwendet werden. Diese 10 Faustregeln sollte man dabei nicht überbewerten, aber sie geben dem Neuling die Möglichkeit sich anhand einfacher Grundsätze bei der Zugwahl im jeweiligen Partiestadium seine Zugalternativen zu prüfen. Dabei geht King aber nicht davon aus, dass diese sklavenhaft befolgt werden, sondern natürlich auch Ausnahmen haben können ...

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Nach einer kurzen Erläuterung der Notation geht es auch gleich mit ans Wissenwerte. Im Teil "Eröffnung" wird kein Augenmerk auf Eröffnungstheorie oder alle damit zusammenhängende Termine im Fachjargon gelegt, sondern ein Versuch unternommen die ersten Schritte logisch zu erklären. Dabei spielt das Zentrum, die Figurenentwicklung und die Rochade die entscheidende Rolle. Durch zahlreiche Diagramme kann das Buch auch für einen Anfänger problemlos ohne Brett gelesen werden! Als positiv empfinde ich, dass im Prinzip fast gänzlich auf Varianten, die einen Neuling wohl eher verwirren, verzichtet wird. Auf 50 Seiten wird das Mittelspiel behandelt und der Augenmerk liegt hier klar auf einfache taktischen Motiven, sodass in der Hinsicht ein Grundniveau hergestellt wird. Mittels Pfeilen in den Diagramme wird das Motiv sofort sichtbar gut erklärt. Auch hier wird gänzlich auf Variantenwirrwarr verzichet. Im Endspielteil wird ausgehend von den einfachen Mattführungen über die Umwandlung und den Einsatz des "aktive" Königs das Rüstzeug analog wie in den vorigen Teilen gegeben. Abgeschlossen wird das Buch durch Testaufgaben, die es zu knacken gilt. Ein paar davon sind bereits auch im Buch verstreut, sodass das Gelernte geprüft werden kann.

Fazit

Der Titel soll Mut machen und nach der Lektüre wird der gewissenhafte Leser sicherlich selbstbewusst die ersten Züge gegen stärkere Spieler unternehmen. Ein Gewinngarantie gibt es dann aber nicht, aber GM Daniel King welcher sich als Schach-Profi, Autor und Trainer betätigt ist mit diesem Buch ein didaktisch gut aufgebautes Werk gelungen, welches dem Neuling einen hilfreichen Weg zum Einstieg mit der Materie in die Hand gibt. In dieser Hinsicht habe ich keine Bedenken, dass Buch zu empfehlen. Einzig und allein der Figurensatz der Diagramme gefällt mir nicht.

(C) Frank Große, 2005