The Sveshnikov Variation of the Sicilian, von Loek van Wely

 van_wely.jpgAutor: Loek van Wely
Verlag: ChessBase
Erscheinungsjahr: 2007
ISBN-10: 3-86681-012-1
ISBN-13: 978-86681-012-9
Sprache: Englisch
Medium: DVD-ROM
DVD-Box
1. Auflage 2007

Systemvoraussetzung: Pentium-Prozessor ab 300 Mhz oder höher und 64 MB RAM Windows 98 SE, Windows 2000 oder Windows XP
Windows Media Player 9.0
DVD Laufwerk.
 

Die Sveshnikov-Variante der Sizilianischen Verteidigung entsteht nach den Zügen: 1.e2-e4 c7-c5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.d2-d4 c5xd4 4.Sf3xd4 Sg8-f6 5.Sb1-c3 e7-e5.
Sie ist eine der meist analysierten aber auch erfolgreichsten Waffen gegen 1.e4.
Schachgroßmeister Loek van Wely (ELO 2683) stellt das populäre System vor.

Als Emanuel Lasker gegen Carl Schlechter im Jahre 1910 (Weltmeisterschaftskampf) die damals fast noch unbekannte Eröffnung spielte (die Partie endete mit einem Remis) wurde die gesamte Variante anschließend auf Eis gelegt, die Schwäche auf d5 erschien als ein zu großes positionelles Zugeständnis. Erst im Laufe der Jahre formte sich die Sveshnikov-Variante vom positionell anrüchigen System zur schlagkräftigen Waffe gegen 1.e4.

Besondere Verdienste um diese Eröffnung machte sich der Tscheljabinsker Großmeister Jewgeni Sweschnikow, deshalb trägt das System auch seinen Namen. Die aggressive Sveshnikov-Variante gilt unter Klubspielern wie auch Großmeistern als exzellente Erwiderung auf 1.e4, manch einer sprach sogar von einer „Geissel“ der e4-Spieler. Sogar Gary Kasparow und andere Größen stiegen teilweise auf Alternativen für Weiß um und begannen, auf Sizilianisch mit 3.Lb5 oder 3.Sc3 zu reagieren.

Bis auf den heutigen Tag gibt es kein adäquates Mittel zur Bekämpfung des schwarzen Aufbaus, eine Erfolgsbilanz von fast 50% (Megabase) spricht eine deutliche Sprache!

Bekannteste Vertreter der schwarzen Spielweise sind Leko, Kramnik und Shirov. Auch Kasparow wendete diese Eröffnung in seiner aktiven Zeit erfolgreich an.

Loek van Wely ist ein holländischer Supergroßmeister der derzeit auf Platz 26 der aktuellen Weltrangliste mit einer ELO-Zahl von 2683 zu finden ist. Mit Schwarz wendet der Autor selbst die Sveshnikov-Variante erfolgreich an und so verwundert es auch nicht, dass von den 12 vorgestellten Partien 11 von ihm gespielt worden sind. Einzige Ausnahme ist eine Partie zwischen Shirov und Topalov.

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In den 12 Videolektionen (die Gesamtspieldauer beträgt 3 Stunden und 43 Minuten) die sich auf der Trainings-DVD befinden, erläutert van Wely typische Pläne und Spielmuster anhand von Großmeisterpartien. Dass dabei der Autor selbst die schwarzen Steine führte, dürfte nicht von Nachteil sein für den Lernenden!

Behandelt werden folgende Varianten: 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3. d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6 7.Lg5 a6 8.Sa3 b5 9.Sd5 Le7 10.Lxf6 Lxf6 11.c3 Lg5 12.Sc2.

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Zu dieser Variante wird unter anderem die Partie Anand-van Wely (Wijk aan Zee 2006) genauer betrachtet.

Zur Zugfolge 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3. d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6 7.Lg5 a6 8.Sa3 b5 9.Lxf6 gxf6 10.Sd5 f5

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stellt der Autor die Partie Kramnik-van Wely (Wijk aan Zee 2005) ausführlich kommentiert vor. Die Kommentare und Analysen sind zum Teil sehr ausführlich und reichen mitunter sogar bis hinein ins entstehende Endspiel. Dies ist sogar notwendig, denn die meisten Zugfolgen im Sveshnikov-Sizilianer sind tief ausanalysiert und nicht selten gibt es Varianten bis zum 30.Zug.

Selbstverständlich ersetzt die DVD kein aktuelles Theoriewerk, vielmehr wird darauf Wert gelegt dem Betrachter wertvolles strategisches Wissen zu vermitteln. Man erhält einen guten Überblick über mögliche Gefahren und Risiken der Variante. Wer das Risiko nicht scheut wird mit spannenden und interessanten Partien belohnt die den schachlichen Horizont beträchtlich erweitern.

Für ein weiterführendes Studium im Hinblick auf die sich ständig weiterentwickelnde Theorie sei auf einschlägige Literatur hingewiesen.

 

Fazit:

Wer die Sveshnikov-Variante erlernen möchte ist mit dieser DVD gut beraten. Aber auch Spieler die bereits dieses komplexe System in ihrem Repertoire aufgenommen haben, werden die wertvollen Anregungen und Ideen zu schätzen wissen.

 

Martin Rieger, März 2007