New in Chess Yearbook 82

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Titel: New in Chess Yearbook 82
ISBN: 90-5691-175-9
Verlag: New in Chess
246 Seiten, kartoniert, 2007
Sprache: Figurinen / Englisch


Erhältlich bei Schach Niggemann

Seit nunmehr 24 Jahren erscheint viermal im Jahr das New in Chess Jahrbuch, herausgegeben von GM Genna Sosonko. Die Qualität der dargebotenen Analysen und theoretischen Artikel ist mit ein Grund dafür, dass fast alle Profischachspieler auf diese wichtige Periodika zurückgreifen. Das Jahrbuch bietet außerdem ein Forum, in denen die Leser auf vergangene Analysen Bezug nehmen oder eigene Ideen vorstellen. Zusätzlich stellt Chefredakteur Sosonko in seiner Rubrik das Leben und Wirken von David Bronstein vor. Am Ende des Buches stellt Glenn Flear einige aktuelle Neuerscheinungen ausführlich vor.

Doch nun zum Hauptteil des Buches:

Die wichtigsten Neuerungen und Ideen in verschiedenen Eröffnungssystemen werden von namhaften Experten in zahlreichen Übersichten (Surveys) vorgestellt. Zu den Co-Autoren dieser Ausgabe zählen unter anderem Leko, Kramnik, Nunn und Radjabov.

Zu den einzelnen Surveys:

In der „Vergifteten Bauern-Variante“ der Najdorfvariante untersucht Rene Olthof den Zug 10.e5 und hier insbesondere 12.Se4 (Tal´s Move) der durch Anwendung in Partien neueren Datums ( Motylev-Anand,Wiijk aan Zee 2007) wieder aus der Versenkung geholt wurde. Evgeny Vladimirov unternimmt hingegen den Versuch einer „positionellen Interpretation“ von 6.Le3 gegen Najdorf. Im Velimirovic Angriff gibt Van der Tak einen Überblick über die Zugfolge 6.Lc4 e6 7.Le3. GM Van der Wiel beschäftigt sich mit der Rossolimo Variante 3.Lb5 gegen Sizilianisch (Hippophobia, Anyone?). Richard Palliser geht der Frage nach, ob GM Vallejo Pons die etwas anrüchige Löwenthal Variante mit 4. …e5 rehabilitiert hat. Bei Van der Weide steht die Sveshnikov Variante mit 11.Ld3 auf der Tagesordnung. Emil Anka unterzieht der Alapin Variante (1.e4 c5 2.c3) einem Test mit 2. …d5. Istvan Almasi beschäftigt sich mit der Winawer Variante im Franzosen durch 7. …0-0 (Sitting Ducks on Lake Winawer). Alexey Gavrilov untersucht den Panov Angriff gegen Caro-Kann (6/7.c5).Übersichten von Andreas Tzermiadinos (3. …Dd6) und Eric Prie (5.Ld2) stellen die Skandinavische Eröffnung vor. „Why not insert 10. …h6?“ fragt sich Zoltan Almasi bei seiner Betrachtung der „Berliner Mauer“ und Efstratios Grivas nimmt sich der spanischen Abtauschvariante an. Spansich, Breyervariante wird von Rene Olthof unter die Lupe genommen. Die Variante 5. …Se4 gegen Spanisch wird von Morgado/Alvarez präsentiert. Maarten de Zeeuw stellt fest, daß Schwarz mit 2. ...Lc5 gegen das Königsgambit, und insbesondere durch 5. ...Sc6 “OK” ist. Viktor Moskalenko behandelt das Budapester Gambit und Kick Langeweg das Damengambit mit 7.c5. Viacheslav Ikonnikov hat sich auf die slawische Verteidigung spezialisiert und untersucht die Varianten mit 5.a4 Lf5. Anti-Moskau Gambit mit 6. …h6 wird durch Evgenij Agrest analysiert und Glenn Flear setzt sich mit Slawisch 3.Sc3 dc: auseinander. Semi-Tarrasch mit 6.g3 steht bei Werle auf der Tagesordnung und der Bereich Nimzoindisch (Leningrader,Ragozin,Kmoch) wird vom Autorentrio Lukacs/Mchedlishvili/Van der Stricht untersucht. Dem Bereich Königsindisch (9.b4 und Vierbauernangriff) haben sich ebenfalls Kuzmin und Moskalenko angenommen. Abschließend folgen die beiden letzten Surveys, Englisch mit 3.g3 und Antigrünfeld mit 4.Da4 durch Lukacs/Hazai/Landa.

Fazit: Das aktuellste New in Chess Jahrbuch bietet in komprimierter Form alles wichtige was im Bereich Eröffnungstheorie derzeit von Interesse ist. Absolute Experten auf ihrem Gebiet untersuchen Spezialvarianten und geben so manches Geheimnis preis. Für starke Turnierspieler und Profis absolut empfehlenswert, ja eigentlich sogar ein Muss!

 

Ich danke der Firma Schach Niggemann, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, März 2007