Alexej Schirov, MY BEST GAMES IN THE NIMZO-INDIAN

 

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Autor: Alexej Schirov
Verlag: ChessBase
ISBN2: 978-3-86681-024-2
Sprache: Englisch
Reader: Chess Media Format
Sprache: Englisch
Medium: DVD-ROM
DVD-Box 1. Auflage 2007
Systemvoraussetzung: Pentium-Prozessor ab 300 Mhz oder höher und 64 MB RAM Windows 98 SE, Windows 2000 oder Windows XP Windows Media Player 9.0 DVD Laufwerk.

Alexej Shirov (ELO 2715) dürfte den meisten Schachfreunden schon lange bekannt sein, er ist in der deutschen Schachbundesliga aktiv und außerdem ein gern gesehener Gast bei zahlreichen Superturnieren. Lange Zeit befand sich der lettische (und jetzt in Spanien lebende) Supertaktiker an Nummer Vier der Fide-Weltrangliste. Shirov ist bekannt für seinen kompromisslosen und hoch taktisch eingefärbten Stil, am Brett gelingen ihm immer wieder hervorragende Glanzpartien gegen stärkste Gegnerschaft.

Sollten Sie Gefallen an langweiligen Positionspartien finden, denen man nur mit Streichhölzern zwischen den Augen folgen kann, sollten Sie besser nicht weiter lesen. Haben Sie aber Interesse daran, einem der besten Taktiker und Angriffspieler aller Zeiten bei der Analyse seiner besten Partien über die Schulter zu schauen, sollten Sie unbedingt weiter lesen!

Mit „MY BEST GAMES IN THE NIMZO-INDIAN” präsentiert, wie der Titel schon verrät, Alexej Shirov seine besten Partien mit oder gegen Nimzoindisch (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4). Nimzoindisch erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit bei Schachspieler, egal ob Amateur oder Weltmeister. Supersolide und doch gewinnträchtig vereint sie in sich die klassische und auch moderne Eröffnungsbehandlung. Auf vorliegender DVD (mit integriertem ChessBase Reader zum Lesen und Betrachten des Inhalts) erfährt der Anwender in über vier Stunden Videolektionen, wie ein Supergroßmeister die Nimzoindische Verteidigung richtig anwendet oder auch bekämpft.

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Doch nicht nur Nimzoindisch, sondern auch seine besten Katalanisch- und Damenindischpartien stellt Shirov seinem Publikum vor und nimmt sich für jede Partie gut eine halbe Stunde Zeit für die Analyse. Highlight der DVD dürfte sicherlich die ausführliche Analyse der Begegnung Shirov gegen Topalov, Linares 2004, sein.

Aber auch die Partie Shirov gegen Volokitin, Dagomys 2006, hat es in sich:

Shirov,A (2699) - Volokitin,A (2660) [E32] RUS (11), 30.04.2006 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.Dc2 0-0 5.a3 Lxc3+ 6.Dxc3 b6 7.Lg5 Lb7 8.e3 d6 9.Se2 Sbd7 10.Dd3 c5 11.Sc3 De7 12.Le2 Lxg2 13.Tg1 Lb7 14.0-0-0 Tfc8 15.d5 exd5 16.cxd5 a6 17.Df5 b5 18.Ld3 g6 19.Se4 gxf5 (siehe Diagramm)

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hier spielte Shirov 20.Lxf6. Um einiges stärker und für Schwarz unangenehmer wäre 20.Sxf6! gewesen. Der Autor gibt folgende Variante an: [20.Sxf6+! A) 20...Dxf6 21.Lxf6+ Kf8 22.Lg5 Lxd5 23.Lxf5; B) 20...Kg7 B1) 21.Sg8! De8 (21...Dxg5 22.Txg5+ Kh8 23.Sh6) 22.Lh6+ Kh8 23.Sf6 Sxf6 24.Lg7+ Kg8 25.Lxf6+ Kf8 26.Lxf5 (siehe nachfolgendes Diagramm)

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B2) 21.Sh5+ 21...Kf8 22.Lxe7+ (22.Lxf5 De5 23.Lxd7) 22...Kxe7 23.Lxf5; C) 20...Sxf6 21.Lxf6+ Kf8 C1) 22.Tg8+ Kxg8 23.Lxe7 f6 (23...-- 24.Tg1+ Kh8 25.Lf6#) 24.Lxf5 Kf7 25.Lxd6 Te8 26.Lxc5; C2) 22.Lxe7+ 22...Kxe7 23.Lxf5 Tg8; D) 20...Kh8 21.Sxd7 Dxd7 22.Lf6#] Doch Shirov verpasste hier eine gute Gelegenheit und spielte 20.Lxf6+ und nach Kf8 21.Lxe7+ Kxe7 22.Sg3 Sf6 23.Sxf5+ Kd7 24.e4 Tg8 25.Sh6 Txg1 26.Txg1 Tf8 27.Tg7 Ke7 28.Sf5+ Kd7 29.Kd2 Lc8 30.b4 c4 31.Lc2 h5 32.h4 Kc7 33.Sh6 Sg4 34.Sxf7 Sxf2 35.Se5+ Kb6 36.a4 a5 37.bxa5+ Kxa5 38.Sc6+ Kb6 39.a5+ Kc5 40.Tc7 Sg4 41.Kc3 Tf3+ 42.Kb2 Tf2 43.Se5+ Kb4 44.Sc6+ Kc5 45.Se5+ Kb4 einigte man sich hier auf ein Remis.

Detailliert und instruktiv vermittelt Shirov dem Betrachter die für die Nimzo-Indische Verteidigung signifikanten Mittelspielpläne und Ideen anhand eigener Partien. Sehr gut können hier insbesondere die grafische Unterstützung durch farbige Pfeile und Markierungen gefallen. Langeweile dürfte also nicht aufkommen bei Shirovs besten Nimzoindern und dass die entstehenden Stellungen immer mit einer extra Portion Paprika gewürzt sind, versteht sich bei Shirov eigentlich von selbst.

Fazit: Für jeden zu empfehlen, der mit der Nimzo-Indischen Verteidigung in seiner Schachpraxis zu tun hat. Shirovs Erläuterungen zu seinen besten Partien werden der eigenen Spielstärke gewiss nicht abträglich sein!

 

Martin Rieger, März 2007