John L. Watson,

Mastering the Chess Openings - Vol. 2

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Autor: John L. Watson
Titel: Mastering the Chess Openings - Vol. 2
Verlag: Gambit
ISBN: 1-904600-69-7
ISBN2: 978-1-904600-69-5
320 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2007
Sprache: Englisch

Erhältlich bei Schach Niggemann

Zum Autor:

Der Internationale Meister John Watson ist einer der renommiertesten Schachautoren auf der Welt. Mit seinem bahnbrechenden vierbändigen Werk über die Englische Eröffnung festigte er in den 80er Jahren seinen Ruf und hat seitdem eine Reihe hochklassiger Bücher verfasst. Im Jahre 1999 wurde Watsons erstes Buch für den Gambit-Verlag " Geheimnisse der modernen Schachstrategie", von der britischen Schachföderation als "Buch des Jahres" und von der Schachföderation der USA mit dem Preis für das beste Buch ausgezeichnet. Zu seinen Schülern gehört der Juniorenweltmeister von 1997, Tal Shaked.

Inhalt:

„Wenn die Eröffnungsphase vorüber ist, weiß ein Spieler tragischerweise oft nicht, welchem Plan er folgen soll oder warum sich seine Figuren auf den Feldern befinden, auf die er sie gezogen hat.“… John L. Watsons “Mastering the Chess Openings - Vol. 2” ist genau für solche Fälle konzipiert worden, querbeet werden die wichtigsten Schacheröffnungen unter die Lupe genommen und entmystifiziert. Ging Watson in Volume 1 noch auf 1.e4 Eröffnungen ein, so widmet er sich im vorliegenden Band den geschlossenen Systemen mit 1.d4. Auf der Tagesordnung stehen Damengambit, Slawisch, Nimzo- und Damenindisch, Benoni, Grünfeld- und Königsindisch. Erfrischend klar entblättert Watson das Kaleidoskop der Schacheröffnungen, breitet es vor dem geneigten Leser aus und seziert einzelne Zugfolgen, nur um es später wieder zu einem Ganzen zusammenzufügen. Dadurch offenbart sich die innere Logik einzelner Eröffnungen und deren Grundgedanke.

Watson schildert den Werdegang und die damit verbundene Entwicklung einzelner Systeme so spannend und unterhaltsam wie man es sich als Leser wünscht. Bei der Lektüre wurde mir nie langweilig, immer wieder stellte ich erstaunt fest, wie wenig ich über „meine“ Eröffnungen wusste! Im Grund genommen hat Watson mit seinem “Mastering the Chess Openings“ eine Art Ergänzungsbuch zu allen bisherigen erschienenen Eröffnungsbüchern geschrieben; viele andere Eröffnungsbuchautoren sollten, bevor sie wieder mit dem Gedanken spielen ein neues Werk zu veröffentlichen, einen Blick in vorliegendes Buch (und Volume 1!) werfen.

Im Kapitel zu Königsindisch analysiert Watson unter anderem die herrliche Partie Gelfand-Kantsler, Israel 2001: 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2 e5 7.0-0 Sc6 8.d5 Se7 9.Se1 Se8 10.Le3 f5 11.f3 f4 12.Lf2 h5 13.c5 g5 14.a4 Sg6 15.a5 Tf7 16.cxd6 Sxd6! 17.Sd3 Lf6 18.Sc5 Sf8 19.Sb5 Tg7 20.a6 bxa6 21.Sxa6 g4! 22.Sxa7 g3 23.Lc5 Lh3!! ( s. Diagramm)

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24.gxh3 Dd7 25.Ld3 Dxh3 26.De2 Sg6 27.Dg2 Dd7 28.Sxc7 Sh4 29.De2 Dh3 30.Se6 Sg2!! 31.Tfc1 Dxh2+ 32.Kf1 Dh1+ 33.Lg1 Sh4 34.Sxg7 Sxf3 0-1

Fazit:

Das 320-Seiten Buch hat mich voll und ganz überzeugt! Watson hat das Kunststück fertig gebracht, die wichtigsten Eröffnungen nach 1.d4 übersichtlich und in die Tiefe gehend zu analysieren ohne das Gesamtkonzept aus den Augen zu verlieren. Das Werk wird auch in ferner Zukunft nichts an Aktualität einbüßen; wenn Watson dem Leser auf fast 8 Seiten zum Beispiel die Sämischvariante im Königsinder näher erläutert, spürt man das erhabene Gefühl, einen wahren Klassiker in Händen zu halten. Vielleicht klingt es ein wenig übertrieben aber ich halte John Watson für eine Art modernen Aaron Nimzowitsch. Wie Nimzowitsch, so schreibt auch Watson Bücher, aus denen nachfolgende Generationen von Schachliebhabern ihren Nutzen ziehen können. Uneingeschränkt empfehlenswert.

 

Ich danke der Firma Schach Niggemann, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, Mai 2007