John Emms,

Geheimnisse des königsindischen Angriffs

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Verlag: Everyman
ISBN2: 978-3-932336-06-5
208 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2007
Sprache: Deutsch

Erhältlich bei Schach Niggemann

Zum Autor:

John Emms ist einer der stärksten britischen Großmeister und hat England bei vielen Mannschaftswettbewerben vertreten. Als Autor kann er auf zahlreiche Bücher verweisen, darunter Simple Chess und Attacking with 1.e4, und außerdem ist er Co-Autor der sehr beliebten Eröffnungsenzyklopädie Nunn´s Chess Openings.

Der Königsindische Angriff, kurz KIA genannt, ist eine universelle Allzweckwaffe für entweder sehr faule Spieler oder sehr kreative, wobei das eine das andere nicht ausschließt. Zumindest war das lange Zeit eines der Vorurteile gegenüber dem ziemlich flexiblen System das schon von Spielern wie Petrosjan und Fischer angewandt wurde. Im Prinzip stellt sich Weiß im KIA immer nach folgendem Muster auf: e4, Sf3, g3, Lg2, d3, Sbd2

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John Emms gibt zu Anfang seines Buches eine kurze Einführung über die Geschichte des Königsindischen Angriffs und dessen Vorzüge (leicht zu erlernen ohne viel Zeitaufwand). Dabei wird aber schnell deutlich, dass der weiße Aufbau den Weißspieler nicht von sämtlicher Arbeit entlastet; wer den KIA zu sorglos spielt wird einiges an Lehrgeld zahlen müssen. Deswegen ist es ziemlich wichtig, sich die strategischen und taktischen Kniffe dieses giftigen Systems genau anzueignen bevor man es in der Praxis testet.

Der Autor leistet hier wertvolle Hilfe durch erklärende und hilfreiche Worte das ganze Buch hindurch. Hauptsächlich wird der KIA mit 1.e4 behandelt, so gegen Französisch, Caro-Kann und Sizilianisch. Da man diesen Aufbau auch mit 1.Sf3 spielen kann, werden auch alle anderen schwarzen Aufbauten betrachtet. Vor jeder Variante gibt es eine Einführung mit einer Musterzugfolge und vielen wichtigen Hinweisen die dem Leser vor Fallen oder Missgeschicken warnen. Abschließend werden alle Systeme anhand einer Statistik bewertet nach verschiedenen Kriterien. Die 50 Partien im Buch wurden mit Sorgfalt ausgewählt und beleuchten den weißen Aufbau auf hervorragende Weise.

Wer eine letzte Motivationshilfe benötigt um den KIA auch einmal zu spielen, dem sei nachfolgende Partie eine Inspiration:

Fischer,R - Ivkov,B [A08] It Santa Monica, CA USA (12), 1966 1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d3 Sc6 4.g3 d5 5.Sbd2 Ld6 6.Lg2 Sge7 7.0-0 0-0 8.Sh4 b6 9.f4 dxe4 10.dxe4 La6 11.Te1 c4 12.c3 Sa5 13.e5 Lc5+ 14.Kh1 Sd5 15.Se4 Lb7 16.Dh5 Se7 17.g4 Lxe4 18.Lxe4 g6 19.Dh6 Sd5 20.f5 Te8 21.fxg6 fxg6 22.Sxg6 Dd7 23.Sf4 Tad8 24.Sh5 Kh8 25.Sf6 Sxf6 26.exf6 Tg8 27.Lf4 Txg4 28.Tad1 Tdg8 29.f7 1-0

Fazit:

„Geheimnisse des Königsindischen Angriffs“ vermittelt Schlüsselprinzipien auf anschauliche Art und Weise. Wer sich mit dem weißen System näher beschäftigen möchte, bekommt hier alles Wichtige und Notwendige fachkundig erläutert.

Ich danke der Firma Schach Niggemann, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, Mai 2007