New in Chess Yearbook 83

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Titel: New in Chess Yearbook 83
Sprache: Figurinen / Englisch
Verlag: New in Chess
ISBN: 90-5691-175-9
246 Seiten, kartoniert, 2007
Erhältlich bei Schach Niggemann

Das brandaktuelleYearbook 83, herausgegeben vom holländischen New in Chess-Verlag, vermittelt wieder hochaktuelle Trends, überraschende Eröffnungsideen und interessante theoretische Diskussionen.

Zum Inhalt:
Unter dem Titel „Forget the English Attack, play the Najdorf like Emanuel Berg”, versteckt sich ein höchst inspirierender Artikel über das ultrascharfe System 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 e6 7.f4 Le7 8.Df3 Dc7 9.0-0-0 Sbd7 10.Ld3 b5 11.The1 Lb7 12.Dg3 b4 13.Sd5! und hier gewinnt derjenige Spieler, der seinen Rybka länger auf die Stellung angesetzt hat. Die Aufstellung mit Ld3, The1, Dg3 und nachfolgendem Springeropfer auf d5 bringt eine der Hauptvarianten im Najdorfsizilianer gehörig ins Wanken und es würde mich nicht überraschen, wenn irgendwann einmal in naher Zukunft Rybka und Co in dieser Variante einen eindeutigen Gewinn für Weiß nachweisen können! Aber noch ist es natürlich nicht soweit und deshalb stellt die weiße Spielweise eine hervorragende Spielwiese für Analytiker oder Fernschachspieler dar.

Ein anderes Kapitel („The Waiting Move is Still Trendy”) beschäftigt sich mit Vladimir Kramnik, „the Catalan Strangler“. Ausgehend von der Zugfolge 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.g3 d5 4.Sf3 Le7 5.Lg2 0-0 6.0-0 dxc4 7.Dc2 a6 8.Dxc4 b5 9.Dc2 Lb7 10.Ld2 Ta7 11.Tc1 Le4 12.Db3 Sc6 13.e3 Da8 14.Dd1 Sb8 15.La5 Tc8 wird die Neuerung 16.a3! von Kramnik gegen Anand, Wijk 2007, eingehend betrachtet und nach neuesten Erkenntnissen bewertet.

Für Anhänger der Französischen Eröffnung ist folgendes sicherlich nicht besonders erquicklich: 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 Sf6 4.e5 Sfd7 5.Ld3 c5 6.c3 Sc6 7.Se2 cxd4 8.cxd4 f6 9.exf6 Sxf6 10.Sf3 Ld6 11.0-0 0-0 12.Lf4 Lxf4 13.Sxf4 Se4 14.Se2 Txf3 15.gxf3 Sg5 16.f4 Sf3+ 17.Kg2 Sh4+ 18.Kh1 e5 19.dxe5 Lg4 20.f3 Sxf3 21.Lxh7+ Kh8. ECO C bewertet die Stellung mit Kompensation für das Material, aber Luiz Roberto Da Costa jr. entkorkte hier das vernichtende 22.Dd3! Sb4 23.Db3 Dh4 24.Txf3 Dxh7 25.Tg1 Lxf3+ 26.Dxf3+-.

Insgesamt 42 verschiedene Surveys und Eröffnungsbeiträge werden dem Leser auf gewohnt qualitativ hohem Level serviert. Chefredakteur Gennadi Sosonko gelingt es immer wieder aufs Neue, eine gelungene Mischung aus aktuellen theoretischen Beiträgen und hochinteressanten Artikeln in „seinem“ Yearbook zu vereinen.

Fazit: Das New in Chess Yearbook kommt zwar aus Holland, ist aber alles andere als Käse. Absolutes Muss für starke ambitionierte Turnierspieler und Profis!

Ich danke der Firma Schach Niggemann , die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, Juli 2007