Zenon Franco
The Modern Benoni

 
benoni.jpg






























Sprache: Englisch
Verlag: Gambit
ISBN: 1-904600-77-8
ISBN2: 978-1-904600-77-0
111 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2007
Erhältlich bei Schach Niggemann

Zum Autor: GM Zenon Franco hat bereits einige Bücher für den englischen Gambit-Verlag verfasst, den Kritiken zu urteilen recht erfolgreich. Nun erscheint mit „The Modern Benoni“ das neueste Werk aus der Feder des Großmeisters aus Paraguay mit Wohnsitz in Spanien.

Zum Inhalt: Anhand der acht Kapitel des Buches will der Autor dem Leser diese Eröffnung näher bringen. Der Name Benoni kommt übrigens aus dem Hebräischen und bedeutet Sohn der Trauer. Die Eröffnung charakterisiert sich durch die Zugfolge 1. d4 Sf6 2. c4 c5 3. d5 e6 (ECO A60-A79), wobei sie auch aus anderen Systemen hervorgehen kann, z.B. Königsindisch. Bekannteste Vertreter der schwarzen Spielweise sind bzw. waren Tal, Fischer, Kasparow oder Topalov. Da die Bücher des Gambit-Verlags in der Reihe „Chess Explained“ alle gleich strukturiert sind, will ich noch einmal kurz darauf eingehen. 25 ausgewählte kommentierte Musterpartien, eingebettet in die verschiedenen möglichen Systeme mit allgemeinen Erläuterungen vor jedem Kapitel. Vor dem eigentlichen Hauptteil des Buches gibt der Autor eine ausführliche Erklärung zur jeweiligen Eröffnung und schafft somit ein gewisses Grundgerüst. Ein anschließendes Fazit nach jedem Kapitel gibt dem Leser einen guten Überblick über das zuvor besprochene. Doch kommen wir nun zum eigentlichen Inhalt des Buches, den vorgestellten Partien mit den zugehörigen Varianten. Im ersten Kapitel geht es um die klassische Variante 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 c5 4.d5 d6 5.Sc3 exd5 6.cxd5 g6 7.Sd2 Lg7 8.e4 0-0 9.Le2 Sa6 10.0-0 Se8 11.Sc4 Sac7 12.a4 f5 13.exf5 Txf5 14.Lg4 Tf8 15.Lxc8 Txc8 16.Db3 b6 17.Sb5 Sxb5 18.axb5 Tc7 wie in Leko,P (2741) - Kramnik,V (2770) [A73] World Championship Brissago (13), 2004, (Remis im 65.Zug), Schwarz hat laut letztem Stand der Theorie keine Probleme. Im nachfolgenden Kapitel geht es um die moderne Variante, die anhand der Partie Karpov,A (2674) - Hamdouchi,H (2559) [A43], Bordeaux Grand Prix Bordeaux (3.2), 2005 vorgestellt wird: 1.d4 e6 2.c4 c5 3.d5 exd5 4.cxd5 d6 5.Sc3 g6 6.e4 Lg7 7.Sf3 a6 8.h3 b5 9.Ld3 Sf6 10.0-0 0-0 11.a3 Te8 12.Te1 Ta7 13.Lf4 Tae7 14.Tc1 Db6 15.b4 Sbd7 16.Dd2 Lb7 17.Le3 Dd8 18.Tb1 Sh5? [ besser ist hier 18...Dc7! 19.Tec1 c4 20.Lc2 Sxe4 21.Sxe4 Txe4 22.Lxe4 Txe4 mit genügend Kompensation] 19.a4 cxb4 20.Txb4 Da5 21.Teb1 Sc5 22.axb5 Lxc3 23.Dxc3 Sxd3 24.Dxd3 axb5 25.Sd4 Txe4 26.Sc6 Lxc6 27.dxc6 Db6 28.Tc1 Tc8 29.Txb5 Da6 30.Dc4 Da3 31.Tb3 Da7 32.c7 Sg3 33.Kh2 Sf5 34.Dc6 Da5 35.Tb5 Da7 36.Db7 Dxe3 37.Dxc8+ Kg7 38.Dxf5 Dxc1 39.c8D 1-0 In der Fianchetto Variante zeigt der Autor, dass Schwarz in dieser Variante keinen leichten Stand hat: Aronian,L (2684) - Spraggett,K (2589) [A62] Gibraltar Masters Caleta (3), 2005: 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.g3 c5 4.d5 exd5 5.cxd5 d6 6.Sc3 g6 7.Lg2 Lg7 8.Sf3 0-0 9.0-0 Sa6 10.Sd2 Sc7 11.Sc4 Sfe8 12.Lf4 b5 (g5!?) 13.Sa5 f5 14.Sc6 Dd7 15.e4 b4 16.e5 bxc3 17.e6 Dxc6 18.dxc6 cxb2 19.Tb1 Lxe6 20.Ld2 Lxa2 21.Dc2 Lxb1 22.Txb1 Tb8 23.Lc3 Lxc3 24.Dxc3 Tf7 25.Txb2 Txb2 26.Dxb2 a6 27.Dd2 Te7 28.h4 h5 29.f3 Kf7 30.g4 fxg4 31.fxg4 hxg4 32.Df4+ Kg7 33.Dxg4 Sf6 34.Dg3 Te5 35.Lf1 Se4 36.Dg4 Sf6 37.Dc8 Sfe8 38.Ld3 Te3 39.Lc2 Te1+ 40.Kf2 Te6 41.Lb3 Tf6+ 42.Kg3 Kh6 43.Dd7 d5 44.Lxd5 g5 45.Le4 gxh4+ 46.Kg4 1-0

Weitere Kapitel beschäftigen sich mit dem Mikenas-, Taimanov- und Vierbauernangriff, der Knaak- und Kapengut- Variante, Systemen mit Lf4 und Lg5 sowie diversen anderen Abspielen. Franco bringt übrigens nur aktuelle Partiebeispiele, nur zwei der 25 Partien stammen vor dem Jahr 2000, auch sonst hat sich der Autor um Aktualität bemüht, die Bibliographie verweist auf alle relevanten Publikationen die zu diesem Thema erschienen sind. Fast schon selbstverständlich wurden alle angegebenen Varianten mit allen gängigen Engines geprüft.

Fazit: Als Einsteig in diese Eröffnung ist das Buch vollkommen geeignet, für ein genaueres Studium muss der Leser aber auf weiterführende Literatur verwiesen werden. Dies schreibe ich deswegen, weil ich zu diesem Thema von anderen Quellen kommentierte Partien gesehen habe, deren Inhalt bereits ein kleines Büchlein problemlos füllen könnte! Aber bei 111 Seiten ist das nicht möglich und so wird dem Leser ein guter komprimierter Überblick geboten, der für erste Gehversuche mit dem modernen Benoni völlig ausreicht.


Ich danke der Firma Schach Niggemann , die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, September 2007