James Rizzitano
The Queen’s Gambit Declined

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Sprache:Englisch
Verlag:Gambit
ISBN:1-904600-80-8
ISBN2:978-1-904600-80-0
Breite: 17,2 cm
Höhe: 24,8 cm
Gewicht: 0,250 kg
127 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2007.
Erhältlich bei Schach Niggemann

Das abgelehnte Damengambit gehört zweifelsohne zu den am meistgespieltesten Schacheröffnungen überhaupt und so wundert es nicht, dass der äußerst rührige englische Schachverlag GAMBIT (unter der Leitung von GM Chandler und GM Nunn) dieser Eröffnung ein eigenes Buch in der Reihe „Chess Explained“ widmet. Der Autor, IM James Rizzitano, unterteilt sein Buch in acht Kapitel, darunter das Tartakower-System, die Tarrasch-Verteidigung und Cambridge Springs. Stand der Theorie ist Juli 2007 (laut Angabe in der Bibliographie). Rizzitano zerlegt 25 Damengambitpartien in ihre Einzelteile und sucht gemeinsam mit dem Leser die Quintessenz des Ganzen. Wer eine Eröffnung erlernen will, sollte nicht die Züge auswendig lernen, er sollte sie verstehen lernen. Deshalb ist die Herangehensweise der Reihe „Chess Explains“ ausdrücklich zu loben, Wissen wird vermittelt und zugrunde liegende Pläne und Ideen vorgestellt anstatt Variantenfriedhöfe in die Köpfe der armen Schachspieler zu pressen. Bei der Partieauswahl konzentrierte sich der Autor nur auf neuere Beispiele, ich persönlich hätte mir bei einer so „alten“ Eröffnung auch Partien gewünscht, die schon etwas länger zurückliegen (zum Beispiel die Partie Kortschnoi-Karpov 1981, 1.WM-Partie, in der wunderbar demonstriert wird, was passiert wenn Weiß zu sorglos ans Werk geht). Aber jedem Menschen Recht getan ist eine Kunst die niemand kann, das weiß auch der Rezensent. Trotz allem empfinde ich zum Beispiel drei Beispielpartien zum Thema Tartakower-System als reichlich dürftig und ich kann mir nicht vorstellen, dass man anhand dieser drei Partien alles über dieses System erlernen kann, dabei spreche ich aber nicht von der vorhandenen Theorie, den dafür wurde dieses Buch auch gar nicht konzipiert. Ich spreche von Ideen, Plänen, typischen Mittelspielmustern und dergleichen. Der vorhandene Platz war begrenzt und so muss man dem Autor zugute halten, dass er es wenigstens versucht hat, doch mehr als eine erste grobe Einführung in das abgelehnte Damengambit ist es sicherlich nicht. Vielleicht sollte der GAMBIT Verlag dieser Reihe etwas mehr Umfang spendieren, um den Autoren die Möglichkeit zu geben, näher auf die Ideen einzugehen. Das dies mit Mehrkosten verbunden ist, leuchtet jedem ein, doch für ein gutes Schachbuch ist man auch bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Fachlich ist Rizzitano auf der Höhe, aktuelles Partiematerial gewürzt mit zahlreichen Analysen und Bewertungen geben Einblick in die moderne Behandlungsweise des Damengambits. Für einen Einstieg in die Materie kann ich das Buch durchaus empfehlen, für ein weitergehendes Studium muss auf weiterführende Literatur verwiesen werden.

Ich danke der Firma Schach Niggemann , die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, Oktober 2007