Charles Hertan

Forcing Chess Moves

The Key to Better Calculation

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Sprache: Englisch

Verlag: New in Chess

ISBN2: 978-90-5691-243-7

382 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2008.

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

Um was geht es in dem vorliegenden Buch, bei dem im Vorwort eine neue revolutionäre Methode zum Auffinden von Gewinnzügen versprochen wird?

Autor Charles Hertan legt seinen Lesern 650 ausgewählte Stellungen vor, jede von ihnen beinhaltet eine taktische Lösung, die alsbald zum Gewinn führt. Die Idee ist folgende: Bisher hat der Computer von den Menschen Schach gelernt, es ist an der Zeit, von den Computern Schach zu lernen, besser gesagt, wie sie zu „denken“. Beim Auffinden von taktischen Lösungen berechnet der Computer zuerst alle forcierten Zugfolgen, so radikal sie auch sein mögen, der Autor versucht, die Rechenmethode der Schachcomputer seinen Lesern anhand der Stellungen näher zu bringen. Durch dieses Training und dem Lösen der Stellungen soll der Leser durch den Gebrauch der „Computeraugen“ seine taktischen Fähigkeiten erheblich steigern können. Das Buch enthält viele kommentierte Partiebeispiele in denen forcierte Züge eine tragende Rolle spielen und dazu kann man anhand zahlreicher Übungsaufgaben das zuvor besprochene trainieren.

Nun, revolutionär ist diese „Denkmethode“ sicherlich nicht, jeder geübte und etwas fortgeschrittenere Schachspieler wird in eigenen Partien instinktiv so verfahren. Für Anfänger oder ungeübte Spieler hat die Methode natürlich ungeahnte Vorteile, kurzzügige taktische Züge werden vielleicht schneller erkannt und dadurch erspart man sich viel Zeit in einer Partie. Viele Beispiele sind wirklich gut in dem Buch, manchmal wird es aber etwas haarsträubend, zum Beispiel wenn der „Forcing Chess Move“ kein direktes Schach gibt, wie finde ich dann den richtigen Zug? Durch Erraten, durch Hellseherei oder dadurch, dass ich alle möglichen Züge berechne?

Zwei Beispiele sollen aufzeigen, wie hanebüchen diese „Methode“ sein kann: Weiß:Ka1, Dh3,Sg7,Sg5, bf6 – Schwarz:Kh8,Dg6,Tg8,bh7,bf7. Weiß am Zug gewinnt durch den forcierten Zug Dxh7! (…Dxh7 2.Sf7 matt). Hier war der erste Zug ein Schach und durch die Methode des Autors kann auch der ungeübte Spieler das Matt schnell finden. Nun ein anderes (negatives) Beispiel: Wer die Züge Lxd4! und nachfolgend Tf6!! in der Partie Fischer – Benko(New York 1963) findet, der ist entweder schon ein sehr guter Spieler oder er kennt die Partie bereits, die „Computeraugen-Methode“ jedenfalls versagt hier leider völlig und es ist mir bis jetzt noch nicht klar geworden, wieso sich der Autor nicht einfach nur auf Schach gebende Züge spezialisiert hat, dann wäre seine Methode sicher ganz brauchbar, so aber erinnert mich das Ganze an die Opfermannsche „Plättchenmethode“ und ähnlichem Hokuspokus.

Fazit: Anfänger und ungeübte Spieler werden zum Teil ihre taktischen Fähigkeiten steigern können, dies aber nur im begrenzten Umfang wegen der der oben angesprochenen Punkte.

 

Ich danke der Firma Schach Niggemann, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, März 2008