Wjatscheslaw Eingorn, Valentin Bogdanov

The French

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 Sprache: Englisch

Verlag: Gambit

ISBN: 1-904600-95-6

ISBN2: 978-1-904600-95-4

128 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2008.

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

Die Französische Verteidigung ist eine der beliebtesten Erwiderungen auf 1.e4, viele Großmeister halten dieser Eröffnung ein Leben lang die Treue und manchmal hat man den Eindruck, sie würden nur deshalb Schach spielen, um ihr geliebtes 1.e4 e6! aufs Brett zu kriegen! ;-) Aber Spaß beiseite, Französisch findet sich im Repertoire vieler großer Spieler und das hat gute Gründe, unter anderem: -leicht zu erlernen, -sehr gute Konterchancen, -sehr solide und sicher, - sehr oft das bessere Endspiel. Nun gibt es natürlich schon eine große Anzahl von Büchern über Französisch und es wird sie mit Sicherheit auch in Zukunft geben (der russische Großmeister Viktor Moskalenko hat mir verraten, dass er gerade an einem ultimativen Französischbuch arbeitet), was unterscheidet das vorliegende von bisher erschienenen? „The French“ von GM Eingorn und IM Bogdanov will dem Leser eine Einführung in diese Eröffnung bieten, was sind die grundlegenden Pläne und Ideen, welches sind die Hauptvarianten, wo lauern Gefahren und wo die Konterchancen? Diese Fragen wollen die beiden Autoren anhand von 25 ausführlich kommentierten Französischpartien beantworten. Dabei wurde das vorhandene Material aufgegliedert in die einzelnen Systeme dieser Eröffnung (Vorstoßvariante, Winawer, Tarrasch, Klassisch). Den einzelnen Kapiteln wurde eine kurze Einführung vorangestellt, in denen die spezifischen Merkmale der einzelnen Systeme erläutert werden. Wo liegt also der Unterschied zu bisher erschienenen Werken über Französisch? Vielleicht in der Tatsache, dass alle Partien im Buch bis auf eine Ausnahme neueren Datums sind… Okay, es ist nur ein subjektiver Eindruck, aber ich persönlich hätte lieber auf einige moderne neue GM-Partien verzichten können zu Gunsten von wirklich lehrreichen Französischklassikern (es gibt genügend hervorragende Französisch- Musterpartien, Kortschnoi-Uhlmann-Jussupov lassen grüßen!). Aber all das gab es schon, vielleicht deshalb zur Abwechslung mal andere Partien als immer die gleichen? Die Partien sind wie gesagt sehr gut kommentiert worden, vielleicht hätte es an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Erklärungen geben können, vor allem in der Einleitung zu den einzelnen Systemen war mir der vorhandene Text etwas zu kurz geraten, hier hätte man ruhig mehr über die Besonderheiten der Eröffnung schreiben können! Wann ist der Hebel mit c5 und f6 angebracht und wann nicht? Wie kann ich als Französischspieler meinen schlechten Läufer auf c8 aktivieren? Ist der Bauer auf e6 eher schutzbedürftig oder nicht, usw. Sollte ich noch nie Französisch gespielt haben, werde ich auf meine Fragen auch mit diesem Buch keine zufrieden stellenden Antworten erhalten, dafür sind die Anmerkungen leider zu knapp gehalten. Für fortgeschrittene Spieler die bereits Französisch im Repertoire haben, kann das Buch sicherlich empfohlen werden wegen der Kommentare eines ausgewiesenen Französischexperten.

Ich danke der Firma Schach Niggemann, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, März 2008