Viktor Moskalenko

The Flexible French

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Sprache: Englisch

Verlag: New in Chess

ISBN2: 978-90-5791-245-1

279 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2008.

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

GM Viktor Moskalenko hatte vor einiger Zeit mit seinem Erstlingswerk über das Budapester Gambit bereits positiv überrascht, diesmal widmet er sich der Französischen Verteidigung. „The Flexible French“, erschienen im New in Chess Verlag, verspricht laut Buchrücken ein revolutionäres Repertoirebuch für Weiß und Schwarz.

Da der ukrainische Topgroßmeister und ehemalige Trainer von Ivanchuk diese Eröffnung selbst aktiv und erfolgreich mit Schwarz spielt, verwundert es nicht, wenn seine Sympathien mehr auf Seitens des Nachziehenden liegen, doch Moskalenko hat sich den Titel des Buches zu Herzen genommen und zeigt sich, für Schachbuchautoren eher ungewöhnlich, recht flexibel und zeigt auch mit den weißen Steinen gefährliche Varianten.

Aber um was geht es eigentlich genau bei diesem sehr ungewöhnlichen Eröffnungsbuch? Moskalenko stellt mehrere verschiedene Varianten aus dem Bereich der französischen Verteidigung vor, dabei geht er auf die Geschichte der Variante ein, bespricht strategische und taktische Besonderheiten und liefert dazu noch einige statistische Fakten.

Was dieses Buch aber zu etwas Besonderen macht ist der Umstand, dass für beide Seiten ein Repertoire geboten wird, gespickt mit überraschenden Varianten und giftigen Zügen, ähnlich der Art, wie es auch die SOS-Reihe praktiziert.

Behandelt werden die Systeme 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4/Sf6, 3.Sd2, die Vorstoßvariante 3.e5 und Abweichungen oder selten gespielte Systeme wie der Königsindische Angriff, das Gambit 2.Sf3 d5 3.e5 c5 4.b4!? und Abtauschvariante. Im Kapitel „Seven Samurai Swords“ werden diverse Varianten behandelt, die als Überraschungswaffen für beide Seiten angewendet werden können.

Die Analysen und Varianten sind in 75 Partien verpackt worden, die meisten davon vom Autor selbst gespielt, sie dienen als Musterpartien und liefern wertvolle Ideen und Strategien für das eigene Spiel. Zu den Überraschungswaffen will ich nicht zuviel verraten nur soviel: Vor einiger Zeit erschien „The French“ von John Watson, ein Buch mit sehr vielen originellen Ideen und Analysen zu dieser Eröffnung, in der SOS-Reihe erschienen bereits auch mehrere Beiträge zu seltenen französischen Varianten.

Moskalenko´s Buch vereint meiner Meinung nach diese Beiträge zu einem Ganzen und liefert darüber hinaus noch viele weitere Überraschungen und Ideen aus dem reichen Erfahrungsschatz des Autors. Ein kleines Beispiel aus dem Buch: Das Gambit 1.e4 e6 2.Sf3 d5 3.e5 c5 4.b4!? hat schon so manchen Französischanhänger gewaltige Kopfschmerzen bereitet, was schlägt Moskalenko dagegen vor? Die Antwort lautet 4…d4! 5.bxc5 Lxc5 6.La3 Da5 7.Lxc5 Dxc5 8.c3 Sc6 9.cxd4 Sxd4 10.Da4 Ld7!!, nachfolgende Analyse im Buch endet mit Vorteil für Schwarz. Die Analysen sind, wie von Moskalenko gewohnt, absolut präzise und bringen das Wesentliche und Wichtige zum Vorschein, dazu gesellen sich umfangreiche Erklärungen und Hinweise zum Gebrauch dieser Eröffnung. Das Buch bietet keinen kompletten Überblick über die aktuelle Theorie des Franzosen sondern bietet für beide Seiten interessante Wege und Alternativen.

Fazit:

Moskalenko bleibt seiner Linie treu und schreibt weiterhin sehr gute Eröffnungsbücher! „The Flexible French“ bietet hilfreiche und wertvolle Analysen um das eigene Repertoire zu erweitern, nebenbei lernt man anhand der Partien, wie man Französisch wirklich gut spielt. Wer Französisch im Repertoire hat, wer Französisch lernen will, wer seinen nächsten Gegner gehörig überraschen will und/oder einfach nur etwas lernen will von einem Experten dieser Eröffnung, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen!

Ich danke der Firma Schach Niggemann für das Rezensionsexemplar.

Martin Rieger, Juli 2008 Freechess.info