Gary Lane

The Greatest Ever Chess Tricks and Traps

lolantgectat.jpg

Sprache: Englisch

Verlag: Everyman

ISBN-13:978-1-85744-577-0

235 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2008.

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Sammlung von Eröffnungsfallen, Eröffnungstricks und einigen typischen Mittelspielangriffen. Ähnlich wie bei vergleichbaren Werken beschränken sich die Eröffnungsfallen auf Kurzschlüsse und grobe Patzer einer der Parteien.

Die vorhandene Auswahl ist natürlich rein subjektiv und entspricht dem Geschmack des Autors, ob der Leser genauso viel Gefallen daran findet möchte ich doch bezweifeln. Gary Lane bemüht in seinem Werk doch arg viel Altbekanntes, manches wirkt gar peinlich.

Die Originalität des Buches verliert sich irgendwo zwischen den Seiten, die Trivialität gewinnt die Oberhand und so wundert es nicht, dass zum Beispiel 1.e4 c5 2.b4 cxb4 3.a3 d5 4.exd5 Dxd5 5.axb4?? De5 0-1 als Anti-Wing Gambit auf fast drei Seiten präsentiert wird. Holländisch wird mit dem alten Kortschnoi-Trick 1.d4 f5 2.h3 Sf6 3.g4 hxg4 4.hxg4 Sxg4 5.Dd3 Sf6? 6.Txh7! bekämpft und kann erfahrenen Turnierspielern höchstwahrscheinlich nur ein müdes gequältes Lächeln entlocken.

Auch liebevollste Kommentierung der Partien kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gezeigten Beispiele für einen Vereinsspieler höchst ermüdend sind, blutige Anfänger kann der Autor damit vielleicht gerade noch in Staunen versetzen. Die typischen Mittelspielangriffe bestehen aus dem klassischen Läuferopfer auf h7, hierbei spricht der Autor vom „griechischen Gift“ (?!?). Daneben werden noch diverse andere Mattwendungen wiederholt, Arabermatt, Morphy´s Matt, usw.

Fazit: Für Anfänger vielleicht ganz nett. Vergleichbare und bessere Literatur gibt es zur Genüge und deshalb wird es dieses Buch meiner Meinung nach sehr schwer haben.

Ich danke der Firma Schach Niggemann, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, November 2008