Dmitry Komarov, Stefan Djuric, Claudio Pantaleoni

Chess Opening Essentials Band 2 / Band 3

1.d4 d5 / 1.d4 various / Queen’s Gambits Indian Defences, Complete

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Sprache: Englisch

Verlag: New in Chess

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

Nach dem allgemeinen Zuspruch der Band 1 (1.e4) hervorruf, bringt das Autorentrio Dmitry Komarov, Stefan Djuric und Claudio Pantaleoni nun Band 2 und 3 auf den Schachbuchmarkt. Wie in Band 1 werden die Eröffnungen auf ein normales Maß zurückgeschraubt, soll heißen, die Varianten enden nicht irgendwo zwischen dem 34.Zug und dem beginnenden Endspiel sondern im frühen Mittelspiel. Band 2 behandelt 1.d4 ohne die indischen Systeme, Band 3 die indischen Systeme und Katalanisch. Jedem Kapitel ist eine allgemeine Einleitung vorangestellt, hier werden die wichtigsten Hauptziele benannt, danach folgen die gängigsten Hauptvarianten und am Ende kann der Leser anhand von Beispielpartien mitverfolgen, wie Großmeister die Eröffnung spielen und behandeln.

Nun mag man sich zu Recht fragen, wo hier der Reiz liegen soll, gibt es doch bereits zahlreiche Eröffnungsbücher mit mehr Tiefgang und konkreten Varianten die weiter gehen als hier.

Um diese Frage zu beantworten muss man sich in die Lage des ganz normalen Vereinsspielers, dessen Spielstärke irgendwo zwischen 1300 und 1800 liegt, versetzen. Dieser will über verschiedene Eröffnungen etwas erfahren ohne gleich ein ausschweifendes Studium in Sachen Eröffnungstheorie zu beginnen. Viele Eröffnungsbücher sind zwar qualitativ hervorragend, in vielen Fällen aber für die meisten Leute, die einfach am Sonntag ihre Partie gemütlich spielen wollen und ab und zu ein Open mitspielen, zu hoch gegriffen. Nach meiner Erfahrung enden die Theoriekenntnisse der meisten Nichtprofis zwischen Zug 10-15 (ich kann mich natürlich auch täuschen, zumindest in meinen Partien war es bisher fast immer so), wieso also sein Gehirn mit toten Zugfolgen belasten und die eigene Kreativität ausbremsen? Natürlich läuft man damit Gefahr gegen einen theoretisch versierten Gegner in der Eröffnung fehl zu greifen weil man die wichtige Neuerung im 24.Zug nicht kennt, aber mal ehrlich, wie oft ist das Ihnen schon passiert? Ist es nicht wesentlich vernünftiger, seine Eröffnungen zwar gut zu kennen, aber das Theoriestudium auf ein Minimum zu begrenzen und sich lieber anderen Aspekten des Schachspiels zu widmen?

Bei der Durchsicht der Bücher blieb ich ein ums andere Mal an einer interessanten Stelle hängen und obwohl ich natürlich nicht jeder dieser Eröffnungen spiele, ist es doch ganz reizvoll, auch in anderen, fremden Eröffnungen „reinzuschnuppern“.

Ein weiterer Vorteil dieser Bücher ist die Tatsache, dass bei der Wahl eines zukünftigen Eröffnungsrepertoires die dazugehörigen Hauptvarianten schon mal vorab begutachtet werden können. Ebenso können die Bücher auch sehr gut im Schachtraining verwendet werden um am Schachabend eine bestimmte Eröffnung vorzustellen. Zu guter Letzt stellen alle drei Bände einen Überblick über die gesamte Schachtheorie dar, in leicht verständlicher und vor allem ansprechender Form. Ich kann diese Bände vorbehaltlos empfehlen für Spieler unter ELO 2000.

Ich danke der Firma Schach Niggemann, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, 2009