Die im Nahschach recht populären Turniere nach Schweizer System fristen im Fernschach eher ein Schattendasein. Grund ist die sehr lange Turnierdauer, da die nächste Runde immer erst nach Abschluß der vorherigen ausgelost und gestartet werden kann. Bei Bedenkzeiten von z.B. 3 Tagen pro Zug kommen leicht Turnierlaufzeiten von mehreren Jahren zustande, das Ausscheiden von Spielern, die die Lust am Fernschach verloren oder keine Zeit mehr dafür haben, wird mit zunehmender Turnierdauer immer häufiger vorkommen.
Um diese Turnierart in einer doch überschaubaren Zeit abzuwickeln, wurde im November 2004 das Turnier 2996 mit 30 Teilnehmern gestartet, mit einer maximalen Bedenkzeit von 40 Tagen für die gesamte Partie. Innerhalb von ungefähr 3 Monaten konnten die ersten zwei Runden abgeschlossen werden, die dritte Runde ist bis auf eine noch laufende Begegnung auch schon fast fertig.
Ausgelost wurden die Paarungen in Anlehnung an die FIDE-Regeln für Schweizer-System-Turniere, d.h. daß die Teilnehmerliste nach dem bei freechess.de vorhandenen Rating sortiert wurde und dann die Nummer 1 gegen 16, 17 gegen 2, 3 gegen 18 usw. spielt, also die nominell stärkeren Spieler gegen die schwächeren anzutreten haben. Analog wird dieses Verfahren dann unter den jeweils punktgleichen Teilnehmern auch bei den Auslosungen der Folgerunden angewandt. Aber bereits in der zweiten Runde konnten einige Außenseiter den Favoriten den einen oder anderen Punkt abknöpfen. Nach der dritten Runde hat nur noch Bernd Probstfeld eine weiße Weste, mit einem halben Punkt Rückstand folgen Heiko Nickel, Manfred Schulz, Michael Blümel und Ludger Thiele. Die Partien der vierten Runde werden nach Beendigung der noch laufenden Partie Harald Dietl - Thomas Platz angelegt.

Zwischenzweitlich wurde Mitte Februar mit dem 3579 ein zweites Turnier nach diesem Muster gestartet, auch hier sind nach 5 Wochen bereits 14 von 16 Partien der ersten Runde beendet.