David Bronstein, Tom Fürstenberg

The Sorcerer’s Apprentice

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Sprache: Englisch

Verlag: New in Chess

ISBN-13: 978-90-5691-272-7

384 Seiten, kartoniert, 2009, Erstauflage 1995.

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

Bei der Frage nach dem besten Schachbuch aller Zeiten fällt auffallend oft der Name „Sternstunden des Schachs – Zürich 1953“ verfasst von David Bronstein († 2006).

Seine einzigartigen Kommentare zu den Partien muss man einfach gelesen haben um zu verstehen, warum Bronstein einen solch hervorragenden Ruf in der Schachliteratur besaß. Die Partieanalysen Bronsteins lesen sich wie ein guter Roman, nur allzu oft vergisst man die Partie an sich und verliert sich in den wunderbaren Erzählungen und Anekdoten rund um das eigentliche Geschehen. Zeit und Raum werden bedeutungslos und gebannt liest man das gedruckte Wort, tote Buchstabenansammlungen erwachen zum Leben, tänzeln vor dem geistigen Auge des Betrachters umher und formieren sich um den Leser in die Gedankenwelt des Schreibers zu entführen. Diese Kunst beherrschte Bronstein wie kein Zweiter!

In dem nun vorliegenden Buch The Sorcerer’s Apprentice (Der Zauberlehrling) kommentiert Bronstein ausgewählte Partien seiner Karriere (1948 gewann er das Interzonenturnier in Saltsjöbaden und kam 1948 und 1949 jeweils auf den geteilten ersten Platz bei der UdSSR-Meisterschaft, 1951 Herausforderer von Weltmeister Botwinnik, 1953 wurde er beim Kandidatenturnier in Zürich Zweiter hinter Wassili Smyslow und gewann 1955 in Göteborg nochmals ein Interzonenturnier).

Neben den 50 kommentierten Partien gibt es noch eine große Anzahl unkommentierter Begegnungen, die aber dafür mit vielen Diagrammen beschmückt worden sind. Im Mittelteil finden sich unzählige Fotos aus dem Leben von David Bronstein und der Schlussteil des Buches widmet sich Bronsteins Begegnungen mit den Schachcomputern. Einer der Höhepunkte im Buch stellt die Begegnung mit Ljubomir Ljubojevic anlässlich des IZT 1973 in Petropolis dar.

In einer Umfrage von ChessBase wurde diese Partie auf den 31.Rang gewählt. Bronstein bezeichnet sie als eine der komplexesten und faszinierendsten Schachpartien überhaupt. Dementsprechend stellt Bronstein auf ca.23 Seiten seine eigenen Überlegungen und Analysen denen von Paul Keres (Chess Life & Review 1973) und Jan Timman (The Art of Chess Analysis) gegenüber. Daraus entwickelt sich eine fiktive Analyse- und Diskussionsrunde über diese monumentale Partie, in der Bronstein ein wahres Gemälde schuf.

Fazit: Bronstein war einmalig in allem was er tat, ein großartiger Schachkünstler der seine Gemälde mit lockerer Hand schuf. Seine Partieanalysen und seine Art der Kommentierung wird für immer Vorbild nachfolgender Generationen bleiben. „Schach ist ein Reich, wo sich die menschliche Phantasie frei entfalten kann“. (Zitat Bronstein).

 

Ich danke der Firma Schach Niggemann für das Rezensionsexemplar.

Martin Rieger