Zenon Franco

Counter-Attack

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Sprache: Englisch

Verlag: Gambit

ISBN-13:978-1-906454-09-8 239

Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2009.

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

Das vorliegende Buch befasst sich mit dem Thema Gegenangriff. Dazu hat der Autor, GM Zenon Franco, 30 ausgewählte Meisterpartien genauer unter die Lupe genommen und unter dem Gesichtspunkt der aktiven Verteidigung untersucht. Zusätzlich kann sich der Leser an zahlreichen Übungsaufgaben (58) selbst trainieren und vielleicht wichtige Erkenntnisse daraus gewinnen.

Im ersten Kapitel (Lasker, the Master of Defence and Counterattack) präsentiert Franco vier Partien von Lasker und seine Methode der aktiven Verteidigung sowie des erfolgreichen Gegenangriffs. Jede Partie wird sehr ausführlich besprochen und am Ende fasst Franco noch einmal das Wichtigste zusammen, er geht auf das Essentielle der Partie ein und stellt bestimmte Schlüsselmomente klar heraus.

Auch in den nachfolgenden Kapiteln (Refuting Premature Attacks, Fighting Blow by Blow, Regrouping, Prophylactic Thinking, Simplification) gibt der Großmeister aus Paraguay reichhaltigen Anschauungsunterricht in Sachen Gegenangriff.

Die Partieauswahl erstreckt sich von den Tagen Laskers über Petrosjan bis hin zu Topalov & Co. Die Übungsaufgaben werden im Lösungsteil am Ende des Buches ausführlich besprochen und analysiert.

Ob man mit diesem Werk zukünftig eine verdächtig stehende Partie besser verteidigt oder gar erfolgreich zum Gegenangriff übergehen kann, bezweifle ich aber.

Dafür ist das Thema zu komplex, zu unspezifisch, um es anhand einiger Partien in ein enges Korsett zu zwängen.

In vielen Beispielen steht Weiß besser, patzt dann aber irgendwo und Schwarz holt zum Gegenschlag aus. Ja okay, alles schön und gut aber was lerne ich daraus für mich selbst?

Immer wachsam sein auch wenn man sich verloren glaubt?

Ständig auf taktische Konterchancen in schlechten Stellungen lauern?

Dafür, und ich weiß, das ich mich damit weit aus dem Fenster lehne, benötigen die meisten Schachspieler keinen extra Ratgeber. Ich brauche kein Titelträger zu sein um zu erkennen: Stehe ich schlecht in einer Partie versuche ich alles Mögliche, um meinem Gegner den Sieg so schwer wie möglich zu machen. Vielleicht täusche ich mich ja, vielleicht kann der ein oder andere wertvolle Anregungen aus dem Buch gewinnen, in meinem Fall war dies aber nicht so.

 

Ich danke der Firma Schach Niggemann für das Rezensionsexemplar.

Martin Rieger