New in Chess Yearbook 91

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Sprache: Figurinen / Englisch

Verlag: New in Chess

ISBN-13: 978-90-5691-265-9

247 Seiten, kartoniert, 2009.

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

Was ist das derzeitige Topthema in Sachen Eröffnungstheorie?

Vielleicht der chinesische Drachen, das Marshallgambit oder doch eher Slawisch?

Egal für was Sie sich entscheiden, im neuen NIC finden Sie dazu eine Menge an interessanten Artikeln und Analysen von ausgewiesenen Experten. Die dargebotenen Themen umspannen die gesamte Eröffnungstheorie, eigentlich wird hier jeder fündig und entdeckt etwas Neues in „seiner Eröffnung“.

GM van der Wiel vermutet in seinem vortrefflichen Artikel „Not the end of the Ruy Lopez (But…)“, sollten sich Gata Kamsky und Oleg Romanischin (der Ideengeber für Kamskys Idee in der 4.Matchpartie gegen Topalov 2009) jemals zusammentun und die dort vorgeführte Eröffnungsidee weiter ausbauen, könnte Schwarz ein schweres Leben in dieser Variante bevorstehen.

Ganz anders sieht es derzeit aus, wenn sich Schwarz zum Marshallgambit entschließt, neuere Partien von Levon Aronjan und Italiens Jahrhunderttalent Fabio Caruana lassen dieses Gambit zu einer der Hauptwaffen gegen 1.e4 reifen. Gegen Slawisch empfiehlt Emil Anka eine kreative Angriffsidee mittels 1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.e3 Lf5 5.Sc3 e6 6.Sh4 Lg6 7.Sxg6 hxg6 8.Ld2 Sbd7 9.Dc2. Anhand der angefertigten Analysen und den Begleitpartien kann sich der Leser ein umfassendes Bild darüber machen.

Insgesamt über 30 solcher Übersichten bietet dieser neue Band aus dem Hause New in Chess, daneben gibt es ein Leserforum, Sosonkos Corner und Buchrezensionen von Glenn Flear.

Das einzig befremdliche in diesem Buch war der Artikel über das Fajarowicz-Gambit von GM Lev Gutman. In dem betreffenden Artikel stellt Gutman erstaunt fest, dass in der Vergangenheit einige Autoren (Moskalenko, Grivas, Kogan) zu dem gleichen Thema seine Werke außer Acht ließen.Welch ein Frevel!

In dem Artikel verteilt er ausgiebig Seitenhiebe an die oben genannten Autoren und stellt seine eigenen Analysen als „The Real Fajarowicz-Gambit“ (so die Überschrift des Artikels!) vor. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln und hoffe, solcherlei findet nicht dauerhaft Einzug in ein eigentlich seriöses Periodikum wie NIC.

Ansonsten natürlich: Topanalysen von Topexperten!

 

Ich danke der Firma Schach Niggemann für das Rezensionsexemplar.

Martin Rieger