Victor Bologan

The King’s Indian

A Complete Black Repertoire

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Sprache: Englisch

Verlag: Chess Stars

ISBN-13: 978 954 8782 71 5

356 Seiten, kartoniert, 2009.

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

In diesem Buch stellt Großmeister Victor Bologan (ELO 2690) ein komplettes Schwarzrepertoire anhand der königsindischen Verteidigung vor. Gewiss kein leichtes Unterfangen angesichts riesiger Theorieberge zu diesem Thema.

Lange Zeit war Königsindisch recht beliebt und auch Bobby Fischer und Michail Tal wendeten sie bevorzugt an. Danach folgte eine lange Dürreperiode nur um von einem jungen Mann aus Baku (ja genau der!) wieder belebt zu werden. Der nächste Abschwung der königsindischen Verteidigung kam mit der brutal-positionellen Behandlung Kramniks und anderen Meistern. In jüngster Zeit machte sich vor allem Supergroßmeister Radjabov um diese Eröffnung verdient und verhalf ihr wieder zu neuem Leben. Dazu beitragen könnte auch Bologans neues Werk „The King’s Indian - A Complete Black Repertoire”.

Auf 356 dicht gefüllten Seiten präsentiert Bologan ein Schwarzrepertoire mittels Königsindisch. Hier, wie in den meisten Eröffnungsbüchern aus dem ChessStars Verlag gilt: Analysen vom Feinsten, von absoluten Topexperten für ambitionierte Turnierspieler! Keine leichte Kost erwartet hier den Leser! Wer weit ausschweifende Erklärungen oder dergleichen im Buch sucht, sollte gar hier gar nicht erst weiter lesen.

Bologan liefert dafür phantastische Analysen die wirklich ihres Gleichen suchen. So geht er auch auf aktuellste vergleichbare Werke ein und liefert so zum Beispiel gegen Semkovs Killervariante 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.f4 c5 6.d5 0-0 7.Sf3 e6 8.Le2 exd5 9.cxd5 Te8 10.e5 dxe5 11.fxe5 Sg4 12.e6 fxe6 13.d6 (Kill K.i.d.1) ein Gegengift für Schwarz. Wie dieses Gegenmittel aussieht, wird hier nicht verraten, es sieht auf alle Fälle viel versprechend aus!

Neugierig geworden, verglich ich die Rybkabuchvarianten gegen Königsindisch mit denen Bologans. Auch hier gleicht Bologan locker aus und in manchen Fällen würde ich lieber mit Schwarz spielen. Insgesamt scheinen die Analysen sehr sorgfältig durch den Großmeister und durch Schachengines geprüft worden zu sein. Wer also ein kompaktes Schwarzrepertoire mit Königsindisch sucht und bisher keine Lust hatte, sich mühsam alle wichtigen Hauptvarianten und nervige Nebenvarianten selbst zusammenzustellen kann hier bedenkenlos zugreifen.

 

Ich danke der Firma Schach Niggemann für das Rezensionsexemplar.

Martin Rieger