Craig Pritchett

Chess for Rookies

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Sprache: Englisch

Verlag: Everyman

ISBN-13: 978-1-85744-535-0

360 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2009.

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

„Chess for Rookies“ von IM Craig Pritchett richtet sich in erster Linie an den blutigen Anfänger, zumindest im ersten Teil des Buches. Dort werden die Gangart der Figuren und die wichtigsten Mattstellungen erklärt. Im zweiten Teil wird es etwas anspruchsvoller (Strategic Thinking, Opening Games), dort werden anhand von Meisterpartien die verschiedenen Themen genauer behandelt.

Als ich das Buch las und genau an die Stelle kam, wo der Sprung von den Basics zu den fortgeschrittenen Themen vollzogen wurde, kam es mir so vor, als würde man mich ins sprichwörtliche kalte Wasser werfen.

Eben noch das Mattsetzen mit Turm oder das erstickte Matt und plötzlich wird unter dem Thema „Manövrieren mit den Läufern“ die Partie Svidler-Kasparov hervorgezaubert. Im Kapitel über die verschiedenen Eröffnungen wird unter anderem die berühmte Partie Kasparov-Topalov (Wijk 1999) zur Anschauung präsentiert, noch dazu mit langzügigen Varianten die kaum ein Anfänger verstehen, geschweige denn nachspielen wird. Auch viele andere Partiebeispiele [Anand-Kramnik (Bonn 2008) oder auch Shirov-Polgar (Buenos Aires 1994)] dürften die meisten Anfänger sicherlich überfordern. Wenn man Schach lernt, sollte man, wie auch beim Lesen lernen, mit den Grundbegriffen beginnen, den einzelnen Buchstaben und dem einfachen Wortschatz. Übertragen aufs Schach heißt das, hier wären einfachere Partien der alten Meister (Morphy, Steinitz, Lasker) besser gewesen, mit ganz viel Text und ganz wenig Varianten. Kein Anfänger auf der Welt wird 15zügige Varianten nachspielen, viel mehr will er plausible logische Erklärungen, Hinweise und Tipps.

Natürlich gibt es auch im Buch einfachere Partien aber dieser abrupte Wechsel zwischen einfach und schwierig war doch etwas irritierend. Kann sein, dass sich so mancher Anfänger davon nicht abbringen lässt, ein etwas geschmeidigerer Übergang wäre aber doch wünschenswert gewesen.

Sieht man einmal von diesem Umstand ab, bietet das Buch selbstverständlich eine Fülle an interessantem Material. Positiv anmerken möchte ich, dass der Autor im ersten Teil sehr gute Beispiele bringt und auch sehr viel Text hat einfließen lassen. Der zweite Teil ist, wie oben bereits angesprochen, erheblich anspruchsvoller, bietet dem fortgeschrittenen Anfänger aber auch eine Menge an Trainingsmaterial.

4 von 6 möglichen Punkten.

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 Ich danke der Firma Schach Niggemann für das Rezensionsexemplar. Martin Rieger